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Lkw-Maut in Europa 2026: alle Systeme und der Satz je km nach Ländern

Fast jedes europäische Land berechnet für Lkw über 3,5 t inzwischen eine Maut je Kilometer — aber jedes mit eigenen Regeln, Straßen und Tariftabellen. So funktionieren die Systeme 2026, das zahlt ein Lkw tatsächlich je Kilometer, und eine echte Route, Land für Land durchgerechnet.

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Kurze Antwort: 2026 zahlt ein 40-t-Sattelzug (5 Achsen, Euro 6, CO₂-Klasse 1) in der EU je nach Land etwa 0,13 € bis 0,57 € je mautpflichtigem Kilometer, in der Schweiz etwa 1,02 €. Eine typische internationale Relation kostet 0,35–0,40 € Maut je gefahrenem Kilometer: Rotterdam → Wien kommt auf 429,69 € für 1.163 km.

Die vier Arten von Lkw-Gebühren in Europa

Europa hat seine Mautsysteme nie harmonisiert. Eine einzige Relation kann vier verschiedene Arten von Gebühren durchqueren:

  • Entfernungsabhängige Maut — eine elektronische Gebühr je Kilometer auf festgelegten Straßen, erhoben über ein Fahrzeuggerät. Deutschland, Österreich, die Schweiz, Tschechien, Polen, die Slowakei, Slowenien, Ungarn, Bulgarien, Belgien, Dänemark, die Niederlande und seit Oktober 2026 Rumänien.
  • Konzessionsmaut — Autobahnbetreiber kassieren je Abschnitt an Schranken oder per elektronischer Box: Frankreich (Péage), Italien (Pedaggio), Spanien (Peaje) und Portugal. Die Sätze unterscheiden sich nach Betreiber und Abschnitt, einen einheitlichen nationalen Satz gibt es also nicht.
  • Zeitbezogene Vignetten — eine Pauschale für einen Tag, eine Woche, einen Monat oder ein Jahr Nutzung. Für Lkw ist das inzwischen selten: Die Eurovignette gilt noch in Luxemburg und Schweden.
  • Sondermaut und Stadtzonen — Brücken, Tunnel und Alpenpässe (Brenner, Tauern, Mont Blanc, Fréjus, Großer-Belt- und Øresund-Brücke) kosten extra, dazu kommen Umwelt- und Null-Emissions-Zonen in Städten.

Lkw-Mautsätze je km nach Ländern (2026)

Typische Sätze für einen 40-t-Sattelzug (5 Achsen, Euro 6, CO₂-Klasse 1), je mautpflichtigem Kilometer, ohne MwSt., Stand Oktober 2026. Die Zahlen stammen aus den täglichen Referenzstrecken von RouteCalc; der genaue Satz hängt vom Straßenabschnitt und vom Fahrzeug ab. Mehr zu sechs Ländern: Lkw-Maut nach Ländern.

LandSystemBemautete Straßen≈ € je mautpflichtigem km
DeutschlandLkw-Maut (Toll Collect)Autobahnen und alle Bundesstraßen0,35
ÖsterreichGO-Maut (ASFINAG)Autobahnen und Schnellstraßen0,57
SchweizLSVA (Gewicht × km)alle Straßen1,02
TschechienMýto CZAutobahnen / Straßen 1. Klasse0,24 / 0,15
Polene-TOLLAutobahnen und Abschnitte von Nationalstraßen0,13
NiederlandeVrachtwagenheffing (seit 1. Juli 2026)Autobahnen und einige regionale Straßen0,16
BelgienViapassAutobahnen und regionale Straßen0,26–0,28
DänemarkKilometerbasierte Lkw-Maut (seit 2025)Autobahnen und Hauptstraßen0,15
FrankreichPéage (Konzessionen)Autobahnen, je Abschnitt bepreist≈ 0,27–0,32
ItalienPedaggio (Konzessionen)Autobahnen, je Abschnitt bepreist≈ 0,17
SlowakeiMýto SKAutobahnen, Schnellstraßen, Straßen 1. Klasse0,27
SlowenienDarsGoAutobahnen und Schnellstraßen0,31
RumänienTollRo (seit 1. Oktober 2026)Autobahnen, Schnellstraßen, Nationalstraßensiehe TollRo-Sätze

Zwei amtliche Referenzwerte: Deutschland berechnet für diesen Lkw 34,8 ct/km (Toll Collect, unverändert seit 1. Juli 2024), Österreich 0,5724 €/km (ASFINAG GO-Maut 2026, 4 oder mehr Achsen, ohne 20 % MwSt.). Deutschland berechnet auf Bundesstraßen denselben Satz wie auf Autobahnen — deshalb liegen die mautpflichtigen Kilometer in Deutschland oft nah an der gesamten in Deutschland gefahrenen Strecke.

Was den Satz bestimmt: Gewicht, Achsen, Euro-Klasse und CO₂-Klasse

  • Gewicht — die technisch zulässige Gesamtmasse, nicht die tatsächliche Ladung. Die meisten Systeme beginnen bei 3,5 t; Deutschland bemautet seit 1. Juli 2024 jeden Lkw über 3,5 t.
  • Achsen — mehr Achsen, höherer Satz. Deutschland und Österreich haben über 18 t getrennte Sätze für 2, 3, 4 und 5+ Achsen.
  • Euro-Emissionsklasse — ältere Motoren zahlen mehr. In Österreich zahlt ein Euro-V-Lkw mit 4+ Achsen 0,6024 €/km statt 0,5724 €.
  • CO₂-Emissionsklasse — Deutschland und Österreich erheben einen CO₂-Anteil, von Klasse 1 (höchste Emissionen) bis Klasse 5 (emissionsfrei). Emissionsfreie Lkw sind in Deutschland bis 30. Juni 2031 mautfrei.

Eine falsche Fahrzeugklasse ist einer der häufigsten Gründe für ein falsches Angebot: Mit den strengeren EU-Bezugswerten ab 1. Juli 2026 kann ein Lkw, der 2025 in CO₂-Klasse 3 war, jetzt in Klasse 2 oder 1 fallen und mehr zahlen.

Ein echtes Beispiel: Rotterdam → Wien

Berechnet mit RouteCalc am 3. Oktober 2026 für einen 40-t-Sattelzug (5 Achsen, Euro 6, CO₂-Klasse 1), schnellste Route, nur EU-Straßen: 1.163 km, davon 1.146 km mautpflichtig.

LandMautpflichtige kmMaut (ohne MwSt.)€ je km
Niederlande130,820,41 €0,156
Deutschland768,0267,74 €0,349
Österreich247,1141,54 €0,573
Gesamt1.145,9429,69 €0,375

Österreich macht ein Fünftel der mautpflichtigen Strecke aus, aber ein Drittel der Rechnung. Eine Route, die Deutschland später verlässt oder Österreich ganz meidet, kann die Mautzeile um Dutzende Euro verändern — auf Kosten von Zeit und Diesel. Genau deshalb lohnt es sich, vor dem Angebot eine schnelle und eine wirtschaftliche Route zu vergleichen.

Was sich 2026 geändert hat

  • 1. Januar — Österreich: neue GO-Maut-Tarife.
  • 1. Juli — Niederlande: Die Lkw-Maut (vrachtwagenheffing) startet auf Autobahnen und einigen regionalen Straßen und ersetzt die Eurovignette.
  • 1. Juli — Deutschland: strengere EU-Bezugswerte für die CO₂-Klassen von Lkw über 16 t.
  • 1. Oktober — Rumänien: Die TollRo je km für Güterfahrzeuge über 3,5 t ersetzt die Rovinieta. Siehe TollRo Rumänien 2026.
  • Deutschland: Die Mautbefreiung für emissionsfreie Lkw wurde bis 30. Juni 2031 verlängert.

Stadt- und Zonengebühren

Zusätzlich zur nationalen Maut beschränken oder bepreisen immer mehr Städte Lkw nach Abgasnorm: Londons Low Emission Zone für Lkw, Mailands Area B und Area C, Brüssel, Antwerpen und die Null-Emissions-Zonen für den Lieferverkehr in niederländischen Städten. Die meisten arbeiten per Kamera und Kennzeichen; manche verlangen eine Tageszahlung. Die Mautsumme einer Fernstrecke ändern sie selten, wohl aber, welches Fahrzeug die letzten Kilometer fahren darf.

So kalkulierst du eine Relation, ohne jedes Land einzeln zu prüfen

Von Hand heißt das: Route nach Ländern aufteilen, die mautpflichtigen Kilometer ermitteln, den richtigen Satz für das Fahrzeug wählen und Sondermaut addieren — siehe unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung zur manuellen Lkw-Maut-Berechnung. Das funktioniert für ein Angebot und scheitert bei einer Ausschreibung mit hundert Relationen.

Der LKW-Maut-Rechner von RouteCalc erledigt das in einer Berechnung für 49 Länder: Maut und Vignetten je Land, dazu Kraftstoff, Zeit und CO₂, mit Excel-Upload für viele Relationen.

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Häufige Fragen

Wie viel kostet die Lkw-Maut je km in Europa?

2026 liegen die typischen Sätze je mautpflichtigem km für einen 40-t-Sattelzug (5 Achsen, Euro 6, CO₂-Klasse 1) bei etwa 0,35 € in Deutschland, 0,57 € in Österreich, 0,13 € in Polen, 0,16 € in den Niederlanden, 0,27–0,32 € auf französischen Autobahnen und etwa 1,02 € in der Schweiz, jeweils ohne MwSt.

Welche europäischen Länder berechnen die Lkw-Maut je Kilometer?

Deutschland, Österreich, die Schweiz, Tschechien, Polen, die Slowakei, Slowenien, Ungarn, Bulgarien, Belgien, Dänemark, die Niederlande (seit 1. Juli 2026) und Rumänien (TollRo, seit 1. Oktober 2026), dazu die Konzessionsautobahnen in Frankreich, Italien, Spanien und Portugal. Zeitbezogene Eurovignetten gibt es noch in Luxemburg und Schweden.

Was hat sich 2026 bei der Lkw-Maut in Europa geändert?

Österreich hat die GO-Maut-Tarife am 1. Januar 2026 erhöht; die Niederlande haben am 1. Juli 2026 ihre Lkw-Maut eingeführt; Deutschland wendet seit 1. Juli 2026 strengere Bezugswerte für die CO₂-Klassen an; und Rumänien hat am 1. Oktober 2026 die Rovinieta für Lkw durch die kilometerabhängige TollRo ersetzt.